Wer eine Website erstellt kennt das Problem. Programmiere ich lokal oder direkt auf dem Server? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Ich für mein Teil programmiere meine Websites immer lokal auf einem eigenen Testserver. Wie man so einen Testserver mit VirtualBox und Ubuntu einrichtet zeige ich euch hier Schritt für Schritt. Ich gehe dabei auf die wichtigsten Punkte ein und werde versuchen diese mit entsprechenden Screenshots anschaulich darzustellen. Die Anleitung ist dabei bewusst sehr einfach und (hoffentlich) anschaulich gehalten, damit auch Neulinge in der Lage sind sich einen kleinen Server aufzusetzen.
1.) Schritt – Einrichten der virtuellen Maschine
Als erstes sollte man sich das Image von Ubuntu herunterladen. Dieses findet man hier. Anschließend wird eine neue virtuelle Maschine innerhalb von VirtualBox angelegt. Dabei kann in den bei eigentlich allen Einstellungen der Standard übernommen werden. Eine Ausnahme gibt es hier allerdings. Bei den Netzwerkeinstellungen wählen wir “Netzwerkbrücke” aus. Mit dieser Einstellung bekommt die virtuelle Maschine eine eigene IP-Adresse zu unserem DHCP-Server (z.B. dem Router) zugewiesen und wir können über das Netzwerk auf diesen Zugreifen.
Anschließend kann das heruntergeladene Image als Massenspeicher zugewiesen und die virtuelle Maschine gestartet werden.
2. Schritt – Installation Ubuntu-Server
Die Installation des Servers startet mit der Auswahl der Installationssprache. Hier einfach die gewünschte Sprache wählen und bestätigen. In meinem Fall ist das “Deutsch”. Die nun folgende Warnung, dass die Übersetzung des Installers für die gewählte Sprache nicht vollständig ist, könnt ihr einfach mit <Ja> bestätigen.
In dem anschließenden Dialog wählt man nun “Installation starten”
2.1. Standortwahl
Als nächster Schritt steht die Auswahl des aktuellen Standortes an. Hier wählt man “Deutschland” aus und bestätigt die Auswahl.
2.2 Rechnername
Der nun folgende Schritt ist wieder etwas wichtiger. Hier wird der Namen des “Rechners” für den Server vergeben. Den hier eingegebenen Namen werden wir später in Schritt 3 wieder benötigen. Ich nenne meinen Rechner hier “ubuntu-svr”.
2.3 Auswahl der Zeitzone
Nun kommt einer der Dialoge vor dem die Installation am Anfang bereits gewarnt hatte. Die Auswahl der Zeitzone ist (noch) nicht ins Deutsche übersetzt. Also keine Angst wenn hier plötzlich ein englischer Dialog auftaucht. Dieser Dialog kann einfach mit <Ja> bestätigt werden.
2.4 Partitionierung der Festplatte
Jetzt steht die Partitionierung der Festplatte auf dem Programm. Das klingt jetzt erstmal schlimmer als es ist. Der Installer erledigt hier die meiste Arbeit für uns. In dem nächsten Dialog wählen wir einfach “Geführt – gesamte Platte verwenden und LVM einrichten” und bestätigen die folgenden zwei Dialog jeweils mit <Ja>. Das wars dann schon. Die Festplatt wurde eingerichtet.
2.5 Anlegen eines Benutzers
Als nächstes wird ein Benutzer für das System angelegt. Hier gibt an zuerst den vollständigen Namen des Benutzers an, danach der Name des Benutzerkontos und das Password. Das Password wird hier zweimal abgefragt um sicher zu gehen, dass es auch korrekt eingegeben wurde. Also aufpassen bei der Eingabe. Weichen die beiden Eingaben voneinander ab, weißt der Installer darauf hin.
2.6 Sonstige Einstellungen
Nun müssen noch einige Einstellungen vorgenommen werden. Diese betreffen den Proxy Server und die Aktualisierungen. Beide Dialoge können mit der Standardauswahl bestätigt werden.
2.7 Auswahl der Pakete
Nachdem nun alle Einstellungen getroffen wurden, kann es nun an die Festlegung der Serverfunktionen gehen. In dem nun folgenden Dialog können wir auswählen was unser Server alles können soll. Für eine Typo3 Installation reicht es wenn wir hier LAMP auswählen. LAMP ist ein Akronym und steht für Linux, Apache, MySQL, PHP. Also alles das was wir zum Betrieb einer Typo3 Website benötigen. Der Installer ist an dieser Stelle so nett und richtet uns das System gleich komplett lauffähig ein.
2.8 MySQL konfigurieren
Jetzt geht es an die Konfiguration des MySQL Servers. Wie ich oben ja bereits geschrieben habe nimmt uns der Installer die Einrichtung des LAMP-Systems weitestgehend ab. Bei der Konfiguration von MySQL beschränkt sich unser Zutun daher auf die Vergabe des “root”-Passwortes. Dieses Passwort solltet ihr euch allerdings merken oder notieren, da es später noch wichtig für Typo3 wird.
2.9 Installation abgeschlossen
So das wars dann fast. Jetzt wird die Software installiert und noch der GRUB-Bootloader installiert. Der Dialog für GRUB kann mit <Ja> bestätigt werden.
Danach wird das System neue gestartet und man kann sich am Server einloggen.
3. Schritt – Einrichten der Host-Systems
An dieser Stelle ist das System eigentlich schon lauffähig. Dies können wir ganz einfach testen indem wir einen Browser öffnen und dort in der Adresszeile http://[IP-Adresse] eingeben. [IP-Adresse] müßt ihr natürlich durch die IP-Adresse ersetzen die eurem Server zugewiesen wurde. Ihr findet diese ganz einfach nach dem Anmelden auf der Console des Servers. Dort sollte so etwas wie IP adress for eth0: xxx.xxx.xxx.xxx stehen. Wenn alles korrekt ist sollte nun die Startseite des Apache Webservers angezeigt werden.
Das ganze ist natürlich noch nicht sonderlich Nutzerfreundlich. Wer merkt sich schon gerne IP-Adressen? Wir können hier auch mit dem Rechnernamen statt der IP-Adresse arbeiten. Dazu muss nur der Name des Servers und die dazugehörige IP-Adresse in die Datei hosts eingetragen werden. Diese findet sich in dem Verzeichnis C:\Windows\system32\drivers\etc\. In dieser Datei muss man einfach eine neue Zeile eintragen und dann die Datei speichern. Sollte beim Speichern eine Meldung ausgegeben werden die besagt, dass die Datei wegen fehlender Rechte nicht geschrieben werden kann, dann startet den Editor als Administrator und probiert es erneut. Jetzt sollte sich der Server auch mit dem Namen ansprechen lassen.
Der virtuelle Server für Typo3 ist nun einsatzbereit. Wie man Typo3 einrichtet und eine erste kleine Website anlegt zeige ich im zweiten Teil des Tutorials.















